Wir, also das Team von Blendeauf.eu stammen ursprünglich aus dem Bereich der Portraitfotografie. Daher sind auch die ersten Bestandteile der Fotoausrüstung, wie z.B. Kameras, Objektive und Softboxen für das Blitzsystem, auf den Einsatzzweck der Portraits abgestimmt gewesen. Später erst hat sich herausgestellt, dass man mit der gleichen (oder leicht erweiterten) Ausrüstung ganz wunderbar seinen kreativen Gelüsten in der Filmproduktion und ganz im speziellen der Produktion von Imagefilmen nachgehen kann.

Bleiben wir aber vorerst bei der Fotografie. Die erste digitale Spiegelreflexkamera (oder kurz DSLR für Digital Single Reflex Lens) stammte von Canon, da die Bedienerfreundlichkeit bei Canon einfach sehr hoch ist. Fairerweise muss man sagen, dass es sich hierbei um eine rein subjektive Vorliebe handelt, da die Kameras andere Hersteller ebenso gute Bilder machen. Meine erste Canon 350D war ein sogenanntes Einsteigermodell, das ich mit einem sehr flexiblen 28-300mm Objektiv ergänzte. Sehr flexibel bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es in fast jeder Situation halbwegs brauchbare Ergebnisse lieferte, aber im Nachhinein betrachtet doch zu wenig speziell ausgerichtet war. „Learning by doing“ war mein Motto und ich probierte meine neuen Möglichkeiten an vielerlei Motiven und in vielerlei Situationen aus. Das Objektiv bot durch seinen großen Brennweitenbereich von weitwinkeligen Aufnahmen, auf denen z.B. der gesamte Raum oder die gesamte Landschaft zu sehen war, bis hin zu Nahaufnahmen, in denen ich mich auf „herangezoomte“ Details konzentrierte, alle erdenklichen Möglichkeiten.

Bald musste ich jedoch feststellen, dass der große „Zoombereich“ gleichzeitig den größten Nachteil des Objektivs darstellte. Dieser äußerte sich nämlich in der geringen Lichtstärke von f/3,5 bis f/5,6 und damit einhergehend der beschränkten Schärfentiefe, die ich als sehr ästhetisch empfand und gerne einsetzen wollte. Und ebenso bald stellte ich daher für mich und meine kreativen Vorstellungen fest, dass eine größere Lichtstärke von höherem Wert für mich wäre.

Das erste Universal-Objektiv wich also einem kleinen aber dafür schon recht speziellen Lichtriesen mit zwar fester Brennweite von 50mm (dies entspricht ungefähr dem Sichtfeld des menschlichen Auges und wird daher Normalbrennweite oder entsprechend Normalobjektiv genannt) und einer maximalen Blendenöffnung von f/1,2 – meine Leidenschaft war entfesselt.

Das sogenannte Bokeh oder die Tiefenunschärfe lässt das Objekt der Begierde, z.B. das portraitierte Model, herausstechen und lässt den Hintergrund in wunderschöner Unschärfe verschwinden. Das geht bei den erwähnten Lichtriesen mit besonders großer Blendenöffnung soweit, dass man die Augen des Modells scharf fokussieren kann und die Nasenspitze oder die Haare bereits in Unschärfe verschwinden. Dieser Effekt führt zu besonders ästhetischen Fotos und man kann den Blick des Betrachters sehr eindeutig lenken.

Imagefilm - Technik - Die beste Spiegelreflexkamera für Portraitfotografie

Genau diese Erfahrung sollte sich später ganz besonders für die Produktion von Videos und Imagefilmen als äußerst wichtig herausstellen. In Videos nutze ich diesen Effekt heutzutage gerne für das Verfolgen eines Objektes oder für den gezielten Wechsel von einer Person im Fokus zur Nächsten.

Als nächstes legte ich mir, wie es wohl viele Hobby-Fotografen tun, ein paar Lichtschrirme und Blitze zu, um die Objekte oder Modelle gezielter und vor allem heller ausleuchten zu können. Kameras mögen Licht! Nicht umsonst bedeutet Photographie ja übersetzt Lichtmalerei. Ohne Licht keine Malerei. Und je mehr Licht, desto besser die finale Bildqualität.

Neben dem Blitzsystem, dass ich bald von einem kabelgebundenen auf ein Funksystem aufrüstete, tauschte ich auch die Einsteiger-Kamera EOS D350 gegen das professionelle Modell der Canon EOS 1D Mark3. Damit waren meiner Kreativität nun keine Grenzen mehr gesetzt und ich hatte allen gewünschten Spielraum, sowohl bei der Belichtung, als auch bei der Bildqualität.  Der Qualitätsunterscheid war enorm und meine Freunde, Verwandten und Bekannten, die bisher Modell gestanden hatten, erweiterten sich um die ersten professionellen Aufträge. Ich wuchs mit meinen Herausforderungen – und das mit großer Freude und Leidenschaft.

Die 1D findet nach wie vor regelmäßig für die Porträtfotografie ihren Einsatz, obgleich sie nicht fähig ist Videos aufzuzeichnen. Für die Fotografie und ganz speziell die Porträtfotografie ist sie für mich jedoch die beste Kamera, die ich mir vorstellen kann – besonders mit dem enormen Klumpen Glas (EF 80mm, Blende f1,2) davor. Sie macht jedes einzelne Mal riesig Spaß!

Imagefilm - Technik - Die beste Spiegelreflexkamera für Portraitfotografie

Für die Videoproduktion und speziell die Imagefilm – Produktion war dann auch schnell das nächste Modell auserkoren -aber dazu mehr im nächsten Artikel…